N17 - agency for sustainable innovation icon & text-01_edited.jpg

ESG-FAKTOREN & RISIKEN
 

Unter den ESG-Faktoren versteht man die sogenannten "Nachhaltigkeitsfaktoren". Das Kürzel ESG steht für "Environmental | Social | Governance", sprich für Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsbelange. Die Nachhaltigkeitsfaktoren leiten sich aus den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals oder SDGs) ab, die die Vereinten Nationen im Rahmen ihrer „Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ bereits 2015 beschlossen. Die Republik Österreich als Mitgliedstaat der Vereinten Nationen hat sich verpflichtet, diese nachhaltigen Entwicklungsziele zu implementieren. Nachhaltigkeit wird daher völkerrechtlich als Erfüllung der 17 SDGs aufgefasst. Zur besseren Verständlichkeit zeigen wir nachfolgend einige der wichtigsten ESG-Faktoren.  

anncapictures.jpg

copyright by annacpictures

ENVIRONMENT | UMWELT 

  • Klimaschutz

  • Anpassung an den Klimawandel

  • Schutz der Biodiversität

  • Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen

  • Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Abfallvermeidung, (thermische) Abfallverwertung und Recycling

  • Vermeidung von gefährlichen (inkl. radioaktiven) Abfällen

  • Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (inkl. Luftverschmutzung) bzw. -zerstörung

  • Schutz gesunder Ökosysteme

  • Nachhaltige Landnutzung

  • Pflanzenbetonte Ernährung und nachhaltige Wirtschaft 

tim-marshall-cAtzHUz7Z8g-unsplash.jpg

copyright by Tim Marshall

SOCIAL | SOZIALES 

  • Einhaltung anerkannter arbeitsrechtlicher Standards (z.B. keine Kinder- und Zwangsarbeit, keine Diskriminierung)

  • Einhaltung des ArbeitnehmerInnenschutzes und Gesundheitsschutzes

  • Angemessene Entlohnung, faire Bedingungen am Arbeitsplatz, Diversität sowie Aus- und Weiterbildungschancen

  • Gewerkschafts- und Versammlungsfreiheit (Koalitionsfreiheit)

  • Gewährleistung einer ausreichenden Produktsicherheit, einschließlich Gesundheitsschutz

  • Projekte zur Bekämpfung von Ungleichheit oder für den sozialen Zusammenhalt / die soziale Integration bzw. zugunsten wirtschaftlich oder sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen

benjamin-child-GWe0dlVD9e0-unsplash.jpg

copyright by Benjamin Child

GOVERNANCE | UNTERNEHMENSFÜHRUNG

  • Steuerehrlichkeit

  • Maßnahmen zur Verhinderung von Korruption

  • Nachhaltigkeitsmanagement durch den Vorstand

  • Vergütung in Abhängigkeit von nachhaltiger Geschäftstätigkeit

  • Ermöglichung von Whistle Blowing

  • Gewährleistung von ArbeitnehmerInnenrechten

  • Gewährleistung des Datenschutzes

  • Offenlegung von Informationen

  • Informationstransparenz gegenüber KonsumentInnen

  • Installation von unternehmenseigenen Qualitätsmanagement-systemen und Ombudsstellen für KundInnenbeschwerden

Nachhaltigkeitsrisiken bezeichnen Ereignisse oder Bedingungen in Bezug auf Nachhaltigkeitsfaktoren, deren Eintreten tatsächlich oder potentiell wesentliche negative Auswirkungen auf den Wert von Vermögenswerten bzw. auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Reputation eines Unternehmens haben könnten.


Man unterscheidet dabei zwei unterschiedlichen Typen:

  • Risiken aus Nachhaltigkeitsfaktoren, die negative Auswirkungen auf Vermögenswerte oder Unternehmen haben können (finanzielle Materialität, „outside-in“).

  • Risiken, die von Unternehmen verursacht werden und Nachhaltigkeitsfaktoren negativ beeinflussen können (gesellschaftliche oder ökologische Materialität, „inside-out“).

Eines der wichtigsten "outside-in Risiken" ist das KLIMA-RISIKO. Von Klimarisiken sind all jene Risiken umfasst, die durch den Klimawandel entstehen oder die infolge des Klimawandels verstärkt werden. Es gibt 2 Arten davon:

 

  • Physische Risiken als Folge veränderter klimatischer Bedingungen

  • Transitionsrisiken als Folge der Entwicklung hin zu einer CO2-armen Wirtschaft und Gesellschaft

Physische Risiken ergeben sich direkt aus den Folgen von Klimaveränderungen, so zB 

  • Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur

  • häufiger eintretende Naturkatastrophen und

  • Extremwetterereignisse wie Überschwemmungen, Hitze- / Dürreperioden, Sturm und Hagel.

 

Primär betroffene Sektoren sind insbesondere die

  • Land- und Forstwirtschaft, die Lebensmittelproduktion-, -Transport & -Handel 

  • der Immobiliensektor

  • der Gesundheitssektor

  • der Tourismus, der Energiesektor, der Wassersektor sowie die Infrastruktur

Transitions-Risiken sind Risiken, die durch den Übergang zu einer klimaneutralen und resilienten Wirtschaft und Gesellschaft entstehen und so zu einer Abwertung von Vermögenswerten führen können, wie zB

 

  • Änderung von Rahmenbedingungen (Einführung einer CO2-Steuer, Änderungen der Bauordnungen und Flächenwidmungen...)

  • technologische Entwicklungen (bspw. erneuerbare Energien)

  • Änderungen im Konsumverhalten

 

Primär betroffene Sektoren sind insbesondere die

  • die Energieerzeugung auf Basis fossiler Brennstoffe

  • emissionsintensive Sektoren/Industrien

  • Exploration, Produktion, Raffinerie und Vertrieb von Mineralölprodukten &  Erdgas 

  • Betrieb von Luftverkehrsunternehmen, Straßengüterverkehrsunternehmen, Unternehmen mit hoher Transportabhängigkeit vom Güterverkehr