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WESENTLICHKEITS -
ANALYSE

Die Wesentlichkeitsanalyse (auch: Materialitätsanalyse) ist ein Werkzeug für Unternehmen, um bedeutende Nachhaltigkeitsthemen für sich und seine Stakeholder zu identifizieren. Sie ist derzeit zwar nur für börsennotierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiter und Finanzdienstleister gesetzlich vorgeschrieben, aber sie wird von allen bekannten CSR Berichterstattungsformaten wie GRI oder Global Compact oder Normen wie ISO 26000 dringend empfohlen bzw. gefordert.

 

Als Tool der strategischen Analyse ermittelt die Wesentlichkeitsanalyse in drei Teilen bedeutende Nachhaltigkeitsthemen bzw. Handlungsfelder für Firmen und ihre Anspruchsgruppen (Stakeholder). Diese sind:

  1. Die Umfeldanalyse – externe Analyse

  2. Die Unternehmensanalyse – interne Analyse

  3. Die Analyse der Stakeholder-Erwartungen

 

1.) Umfeldanalyse
Hier geht es darum, sämtliche externen Faktoren auszuwerten, die nicht oder nur wenig vom Unternehmen beeinflusst werden können. Dazu gehören Einflüsse aus folgenden Bereichen:

  • politisch-rechtlich: z. B. Arbeitsrecht

  • wirtschaftlich: z. B. Geschäftsentwicklung oder Innovationen am Markt

  • ökologisch: z. B. Recycling-Möglichkeiten, Klimaeinflüsse

  • technologisch: z. B. Neuerungen in Produktion oder Kommunikation

  • gesellschaftlich: z. B. Bevölkerungsentwicklung oder Wertewandel

2.) Unternehmensanalyse
In diesem Bereich sind die internen Umstände Gegenstand der Analyse, die die Stärken und Schwächen des Unternehmens aufzeigen. Die Struktur der Auswertung kann nach unterschiedlichen Kriterien erfolgen, je nachdem, wie das Unternehmen aufgebaut ist. Eine mögliche Strukturierung kann z. B. nach folgenden drei Feldern erfolgen:

  • Geschäftsmodell

  • Produkt- oder Dienstleistungsportfolio

  • Wertschöpfungsmanagement

3.) Stakeholder-Analyse
Hier geht es um die Erfassung der Erwartungen und Bedürfnisse der unterschiedlichen Interessengruppen, die das Unternehmen beeinflussen bzw. vom Unternehmen beeinflusst werden. Die Stakeholder kommen aus Wirtschaft, Politik, Umweltverbänden, Gesellschaft oder aus dem eigenen Unternehmen (Mitarbeiter). Deshalb ist es für die Unternehmensführung sowohl Aufgabe als auch Herausforderung, die unterschiedlichen Interessen in Einklang zu bringen und diese umfassend in der Auswertung abzubilden.

Die Bewertung der Ergebnisse der Teilanalysen fließt dann in einer späteren Wesentlichkeitsmatrix zusammen. Dadurch wird erkennbar, welche Nachhaltigkeitsthemen für das Unternehmen und dessen Umfeld relevant sind, inwieweit sie sich mit den Themen der Stakeholder überschneiden und wo möglicherweise gegensätzliche Schwerpunkte bzw. Interessen liegen.

Die Ergebnisse bilden eine sehr gute Grundlage für CSR Berichte, aber auch um die Positionierung eines Unternehmens zum Thema Nachhaltigkeit effektiv und effizient zu gestalten. Weits kann daraus  ein Verhaltenskodex (code of conduct) abgeleitet werden oder es ist die ideale Vorbereitung für Lieferantenaudits bzw. Reporting-Anforderungen von wichtigen Kunden.